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DBMB, Landesgruppe Sachsen/Thüringen

3. Gemeinschaftsstammtisch anlässlich des Sudhausneubaus in der Sternquell-Brauerei

 

Am 24.03.2017 lud die Sternquell-Brauerei nicht nur die Landesgruppe Sachsen, sondern auch die Landesgruppe Thüringen des Deutschen Brau- und Malzmeisterbundes ein, um am Brauereistandort Neuensalz das neue Sudhaus in Augenschein zu nehmen. Zur 3. gemeinsamen Veranstaltung beider Landesgruppen konnten Rüdiger Senf, Leiter Technik und Produktion, und seine Kollegen 90 Teilnehmer begrüßen.

 

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Verweilen in direkter Nachbarschaft zum Sudwerk

 

Mit der Inbetriebnahme des neuen Sudhauses fügt sich auf technologischer Seite das letzte Puzzleteil in die Komplettierung des neuen Brauereistandortes vor den Toren der Vogtlandmetropole und Stadt der Spitze, Plauen, ein. Einzig die Verwaltung befindet sich aktuell noch am innerstädtischen Standort.

Bei der Brauereiführung, die in mehreren Gruppen erfolgte, boten sich Einblicke in die Bereiche Produktion, Labor und Logistik. Die zahlreichen Fachfragen wurden von den Sternquell-Mitarbeitern Jürgen Stolle, Michael Pötzl und Jürgen Scharschmidt umfassend beantwortet.

 

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In mehreren Gruppen ging es durch die Sternquell-Brauerei

 

Das in der zweiten Jahreshälfte 2016 eingeweihte Sudhaus stellte Matthias Schmidt von der Firma GEA, Kitzingen, vor. Bestärkt durch den Wandel des Deutschen Biermarktes der vor allem mittelständische Brauereien fordert, wurde sich bewusst beim Sudhausneubau gegen den ursprünglich angedachten Repräsentativbau zu Gunsten einer funktionalen Ausführung entschieden. Als Herausforderung für den Anlagenbauer galt es, die gesamte Würzebereitung in einem bereits bestehenden Gebäude unterzubringen. Auf einem verfügbaren Raumvolumen von 18 x 15 x 6,25 m wurde von GEA eine Anlage mit 230 hl Ausschlagvolumen realisiert. Die Umsetzung erfolgte als Turnkey-Projekt inklusive einer neuen Malzannahme der Firma Künzel, Mainleus. Diese wurde in Silo-Außenaufstellung realisiert und umfasst fünf 40 t-Silos und zwei 19 t-Silos für Spezialmalze.Die Sudwerksanlage produziert 10 Sude/d und kann auf bis zu 12 Sude erweitert werden. Installiert wurden eine weichkonditionierte Schrotung vom Typ Millstar, eine Maischepfanne, ein Läuterbottich mit nachgelagertem Würzevorlauftank, eine Würzepfanne und ein Whirlpool. Die Maischeaufheizung erfolgt mit 1 K/min, das 60 minütige Würzekochen resultiert in einer Gesamtverdampfung von 4,5 Prozent. Die Würzekühlung erfolgt einstufig und über eine Dauer von 50 Minuten. Die Sudwerkssteuerung wird über Siemens Braumat 7.1 realisiert. Parallel zur Inbetriebnahme wurde die Hochrüstung der nachgelagerten Bereiche von Braumat 5.3 auf 7.1 umgesetzt. Sowohl Sudhaus als auch der für die Gärung und Reifung zuständige Kombitankkeller werden über eine gemeinsame Schaltwarte gesteuert. Sudhaus und Filtration werden jeweils von einem Brauer überwacht. Die anfallenden Tätigkeiten im Bereich Gärung und Reifung werden in enger Abstimmung zwischen beiden Mitarbeitern wechselseitig ausgeführt. Bei der Bierherstellung setzt die Sternquell-Brauerei auf das Zwei-Tank-Verfahren. Jeweils ein ZKT wird mit 10 Suden über den Zeitraum von 24 h beschickt.

Neben technologischen Kennwerten, wie z.B. minimalsten TBZ-Werten, profitiert die Brauerei von der Investitionsentscheidung nun auch in betriebswirtschaftlichen und ökologischen Belangen.

So konnte durch den Umzug der Würzeherstellung aus der Innenstadt an den neuen Standort Neuensalz nicht nur die letzte verbliebene Produktionsabteilung in der alten Brauerei stillgelegt werden, auch der Parallelbetrieb zweier Kesselhäuser ist nunmehr Geschichte. In der Konsequenz wurde eine beeindruckende Energieeinsparung von 20 Prozent erzielt. Ein weiterer bedeutsamer Punkt ist der Wegfall der Tankwagentransporte zwischen beiden Brauereistandorten. Diese starteten 2001 mit der Installation der neuen Abfüllanlage zunächst mit filtriertem Bier, wurden nach Umzug der Filtration mit Unfiltrat durchgeführt und nach Einweihung des neuen Kombitankkellers als betriebsinterner Würzetransport fortgesetzt. Bis zum Sudhausneubau angefallene Tankwagenkilometer entfallen nunmehr, was die CO2-Bilanz der Sternquell-Brauerei deutlich verbessert.

Mit einem leckeren kalten und warmen Buffet, welches freundlicherweise von der Firma GEA gesponsert wurde, konnte sich gut gestärkt dem Ausklang des Abends zugewendet werden, um mit frisch gezapften Sternquell-Bierspezialitäten und guten Gesprächen in direkter Nachbarschaft der Sudgeräte den Abend ausklingen zu lassen.

Michael Günsel, DBMB-Landesgruppe Sachsen und Ralf Hohmann, DBMB-Landesgruppe Thüringen, dankten den Gastgebern Rüdiger Senf von der Sternquell-Brauerei und Matthias Schmidt von der Firma GEA mit einem Buchpräsent sowie handwerklich getöpferten Bierkrügen und stießen auf das neue Sternquell-Sudhaus an.

 

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Michael Günsel, Rüdiger Senf, Ralf Hohmann, Matthias Schmidt

Alexander Hofmann                                                                                                                 Foto(s): Brand-Aktuell